Spitzwegerich – Plantago lanceolata

Sicher erkennen

Der Spitzwegerich ist eine häufig vorkommende Heilpflanze, wächst gerne an Wegrändern und auf Wiesen. Er kommt in ganz Europa, West- und Zentralasien vor.
Sehr charakteristisch sind die lanzettligen Blätter mit paralleler Nervatur. Sie bilden eine grundständige Blattrosette. Der Blütenstengel ist blattlos, kantig, mit einer unscheinbaren, bräunlichen Ähre.

Verwechslungsgefahr

Auch für ungeübte Pflanzensammler ist der Spitzwegerich durch seine einzigartige Blattform leicht zu erkennen. Der verwandte Breitwegerich hat – wie der Name schon verrät – breitere Blätter und eine ähnliche Wirkung.

Wirksame Bestandteile

Gesammelt werden die Blätter von Ende Mai bis August.

Inhaltsstoffe

Die wichtigsten heilkräftigen Inhaltstoffe sind Schleimstoffe, Iridoidglykoside (Aucubin), Glykoside (Verbascosid), Flavonoide, Polysaccharide, Phenolcarbonsäuren und Gerbstoffe. Weiters enthält der Spitzwegerich die Vitamine A, C, K, Eisen, Calcium, und Kieselsäure, er ist somit ein sehr wertvolles Kraut für die Wildkräuterküche.

Wirkungen

Innerlich: reizlindernd auf die Bronchien, hustenhemmend, entzündungswidrig, lungengewebsfestigend, immunstimulierend.
Äußerlich: antibakteriell, wundheilungsfördernd, adstringierend.

Anwendungsgebiete

Der Spitzwegerich ist eine altbekannte Heilpflanze und erfreut sich seit jeher höchsten Ansehens und fehlt daher in keinem guten Heilpflanzenbuch.

Innerliche Anwendung: Der Spitzwegerich zählt zu den bekanntesten Hustenkräutern und ist eines der besten Hustenmittel überhaupt. Er wird in Form von Tees oder Sirup bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, Bronchitis, (Reiz-)Husten und Asthma empfohlen.

Äußerlich verwendet gehört der Spitzwegerich zu den berühmtesten „Erste Hilfe Kräutern“. Er wirkt wundheilungsfördernd, entzündungshemmend, zusammenziehend und wird bei Hautverletzungen, Insektenstichen, Sonnenbrand, leichten Verbrennungen – kurz zur ersten Wundversorgung – als Frischkräuterumschlag verwendet.

Zubereitung

  • Tee: für den Spitzwegerichtee werden die frisch gesammelten Blätter locker auf ein sauberes Tuch aufgelegt  und getrocknet. Man verwendet 1 TL der klein geschnittenen Kräuter auf eine Tasse Tee und lässt den Tee 5 Minuten ziehen.
  • Tipp: den Spitzwegerich am besten vor dem Trocknen schneiden! Die ganzen getrockneten Blätter sind sehr robust und lassen sich nur schwer schneiden.
  • Sirup: einen selbstgemachten Sirup für den Hausgebrauch bereite ich mit einer Hand voll frischer oder getrockneter Spitzwegerichblätter. Diese werden grob zerkleinert mit Wasser und Sirup im Verhältnis 1:2 aufgekocht. Den Sirup lasse ich noch ca. 15 Minuten auf kleiner Flamme köcheln und zerkleinere anschließend nochmal alles mittels Pürierstab. Der fertige Sirup wird durch einen Kaffeefilter filtriert und in eine dunkle, dicht schließende Flasche abgefüllt.
  • Frischkräuterauflage: für die äußere Anwendung bei frischen Wunden oder Insektenstichen werden saubere, frische, angerissene Blätter oder der frisch ausgequetschte Pflanzensaft direkt auf die Wunde gelegt.

Verwendung in der Küche

In der Wildkräuterküche sind die Blätter des Spitzwegerichs eine beliebte Salatbeigabe, er wird zu Pesto verarbeitet,  dient als Beilage zu Gemüsegerichten oder Omeletten, sowie für Kräuteraufstriche.

Roh gegessen schmeckt der Spitzwegerich eher würzig krautig.

Mein Lieblingskochbuch zum Thema Wildkräuterküche ist „Meine wilde Pflanzenküche“ von Meret Bissegger. Hier findest du den Link zu ihrer Homepage.

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Heilpflanzen richtig sammeln und trocknen:

Literatur:

  1. Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde, Ursel Bühring, Haug, 4.Auflage 2014
  2. Pharmakognosie – Phytopharmazie, Hänsel-Sticher-Steinegger, Springer, 6. Auflage 1999
  3. Unsere Heilpflanzen, Hans Richer, Verlage der St. Josef Buchbrüderschaft Rosenheim, 1920
  4. Kräuter-Liesl, Liesl Malm, Bassermann, 2014
  5. Heilpflanzen Kompendium, Schaffner-Häfelfinger-Ernst, NaturBuchVerlag, 1996
  6. Gesundheit durch Heilkräuter, Richard Willfort, Rudolf Trauner Verlag, 1973
  7. Die Kräuterapotheke Gottes, Eva Aschenbrenner, Kosmos, 12.Auflage 2016
  8. Gesundheit aus der Apotheke Gottes, Maria Treben, Ennsthaler Verlag Steyr, 94. Auflage 2015
  9. Die Kräuterkunde des Paracelsus, Rippe – Madejsky, AT Verlag, 3. Auflage 2013
  10. Meine wilde Pflanzenküche, Meret Bissegger, AT Verlag, 2. Auflage 2011
  11. Essbare Wildpflanzen, Fleischhauer – Guthmann- Spielberger, AT Verlag, 10. Auflage 2011

Waldmeister – Asperula odorata

Lange gesucht, endlich gefunden und schließlich verbannt. Das ist die Kurzzusammenfassung meiner Begegnung mit dem Waldmeister.

Immer wieder las ich Rezepte von Waldmeisterbowle oder Waldmeistersirup, die ich gerne ausprobieren wollte. Dem Ganzen stand nur eines im Weg – ich konnte diese Pflanze jahrelang nicht finden! Dabei sind die Blätter des Waldmeisters in Form von 6-8 zähligen Blattquirlen recht auffällig, das weiß blühende Kraut ist leicht erkennbar.

Vor einigen Tagen ließ der Zufall mich unweit von Zuhause auf den Waldmeister stoßen! Voller Freude habe ich ihn zum Trocknen mitgenommen und war schon gespannt auf den ausgeprägten, wohligen Duft des Waldmeisters. Womit ich nicht gerechnet habe: der Waldmeister riecht intensiv nach Marzipan! Das heißt, er STINKT extrem nach Marzipan! Und ich hasse Marzipan! Es hat daher nicht lange gedauert und ich habe den Waldmeister aus meiner Küche – aus meiner Wohnung – aus meiner Heilkräutersammlung verbannt. Da bleibe ich lieber beim Holundersirup und harntreibende, beruhigende Heilpflanzen gibt es auch andere.

Waldmeister

Wirkungen

Der Waldmeister wird in der Schulmedizin nicht verwendet. Man findet ihn in alten Kräuterbüchern, wo er als harntreibend, beruhigend und blutreinigend beschrieben wird. Gerne wird er in Kombination mit Walderdbeere, Ehrenpreis und Johannisbeerblatt als Maitrank empfohlen.

Verwendung in der Küche

Nachdem ich ihn selber nicht probieren wollte, werde ich hier auch kein Rezept mit Waldmeister vorstellen. Wer ihn mag, trinkt den Waldmeister als Sirup oder Bowle.

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Literatur:

  1. Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde, Ursel Bühring, Haug, 4.Auflage 2014
  2. Unsere Heilpflanzen, Hans Richer, Verlage der St. Josef Buchbrüderschaft Rosenheim, 1920
  3. Gesundheit durch Heilkräuter, Richard Willfort, Rudolf Trauner Verlag, 1973
  4. Essbare Wildpflanzen, Fleischhauer – Guthmann- Spielberger, AT Verlag, 10. Auflage 2011

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Heilpflanzen unter der Lupe

Nicht alle Heilpflanzen sind auf den ersten Blick zweifelsfrei identifizierbar, einige (speziell in der Pflanzenfamilie der Apiaceae, deutsch Doldenblütler) haben auch giftige Doppelgänger, daher gilt: Sammle nur, was du sicher kennst! Und vor allem: empfehle und gib nur Pflanzen an dritte weiter, die du auch sicher kennst!

Gerade beim Thema „Essbare Wildpflanzen“ werden nicht selten haarsträubende Eintöpfe gebraut, die zwar im besten Fall „nur“ Bauchschmerzen verursachen, im schlimmsten Fall aber auch im Krankenhaus  enden können.

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Für Einsteiger bieten sich folgende Möglichkeiten sich mit Heil- bzw. Wildpflanzen vertraut zu machen:

  • geführte Kräuterwanderung
  • Bestimmungsbücher
  • Besuch eines Botanischen Gartens oder Kräutergartens
  • Internet (siehe unten bei den Links)

Im Zweifelsfall gilt: Stehen lassen!

Weiterführende Tipps und Links:

Kräuterwanderungen:

hier auszugsweise einige Ideen:

Blühendes Österreich Kräuterwanderungen

Blog Tirol Kräuterwanderungen

Sonnentor – Kräuterwanderungen rund um Wien

Bergheim bei Salzburg Kräuterwanderungen

FräuleinGrün Kräuterwanderungen Salzburg

Bestimmungsbücher:

Für den Einsteiger sehr gut geeignet sind die verschiedenen Bestimmungsbücher vom Kosmos Verlag. Im Buchhandel der Wahl findet man je nach Geschmack Bestimmungsbücher mit Farbfotografien oder gezeichneten Pflanzenbildern. Am besten man vergleicht verschiedene Bücher untereinander und findet dasjenige, mit welchem man am besten zurecht kommt.

Hier findet ihr eine Linksammlung zu botanischen Gärten und Kräutergärten: 

Wikipedia Liste Botanischer Gärten Europa

Liste der Botanischen Gärten Deutschlands

Hortipedium Liste Kräuter- und Schaugärten

Botanischer Garten Wien

Botanischer Garten Innsbruck

Botanischer Garten Linz

Botanischer Garten Salzburg

HildegardGarten Tirol

Weleda Erlebniszentrum

Achillea Heilpflanzengarten

Heilpflanzengarten Bad Wörishofen

Interessante Links zum Thema Heilkräuter, Wildkräuter:

Essbare Wildpflanzen

Meretbissegger

FreiburgerHeilpflanzenschule