Löwenzahn – Taraxacum officinale

Gerade blüht er wieder auf unseren Feldern – der Löwenzahn! Jedes Kind kennt die Pusteblume, deren reife Samen sich eindrucksvoll mit dem Wind verbreiten. Was allerdings nicht jeder weiß: der Löwenzahn ist nicht nur eine gesunde essbare Wildpflanze, sondern auch eine wichtige Heilpflanze!

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Den Namen Löwenzahn bekam diese altbekannte Heilpflanze aufgrund ihrer auffälligen gezackten Blätter. Diese wachen als grundständige Blattrosette und bilden hohle Stängel, die einen weißen Milchsaft enthalten. Die auffälligen gelben Blütenstände bestehen ausschließlich aus Zungenblüten. Die Wurzel des Löwenzahns ist bei Gärtnern sehr unbeliebt, da sie bis zu 2 Meter tief wurzeln, sehr schwer zu entfernen sind und immer wieder neu austreiben.

Löwenzahn wächst weit verbreitet auf meist stark gedüngten Wiesen und Weiden. Er ist allerdings sehr anpassungsfähig und wächst so gut wie überall, selbst auf sandigem Boden oder in Ritzen zwischen Asphalt.

Inhaltsstoffe

Der Löwenzahn enthält vorwiegend Bitterstoffe, weiters Vitamine und Mineralstoffe (besonders Kalium), sowie Triterpene und Schleimstoffe.

Wirkungen

Löwenzahn wirkt verdauungsfördernd, appetitanregend, stoffwechselanregend, gallensekretionsfördernd und harntreibend.

Anwendungsgebiete

In der Volksmedizin wird der Löwenzahn als Heilpflanze sehr geschätzt und vor allem im Rahmen einer reinigenden Frühjahrskur gegen eine Vielzahl von Beschwerden wärmstens empfohlen. Besonders hervorgehoben wird seine allgemeine Verbesserung der Stoffwechsellage sowie die hohe blutreinigende Wirkung. Löwenzahn wird gegen Beschwerden wie Gicht, Rheuma, Hautekzeme, Appetitlosigkeit, Darmträgheit, Störungen der Leber- und Gallentätigkeit und gegen Zuckerkrankeit empfohlen.

Besonders die Wurzel wurde geschätzt für ihre reinigende, schweißtreibende und stärkende Kraft. „Sie beeinflußt alle Ausscheidungen des Körpers, besonders der Galle, (…) wirkt schmerzlos harntreibend, und da sie die ermüdend wirkende Giftstoffe aus dem Körper entfernt, wirkt die Wurzel belebend und kräfigend„. [6]

Die Kommission E empfiehlt den Löwenzahn bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen. Weiters bei Störungen des Gallenflusses und zur Anregung der Diurese.

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Zubereitungen:

Blätter und Wurzel des Löwenzahns werden getrocknet als Tee verwendet und sind Bestandteile vieler sogenannter Bittertropfen, die gegen vielseitige Magen- Darmbeschwerden eingesetzt werden. Sehr bekannte Bittermittel, die Löwenzahn enthalten sind z.B. Montana Haustropfen, Schwedenbitter oder Amara Tropfen von Weleda.

Verwendung in der Küche:

In der Küche verwendet man die jungen, frischen, leicht bitter schmeckenden Blätter als Salat. Am besten mischt man eine Hand voll Löwenzahnblätter mit anderen grünen Blattsalaten z.B. Rucola oder Kopfsalat. Der pure Löwenzahnsalat ist etwas gewöhnungsbedürftig, sind doch die Blätter um einiges bissfester, um nicht zu sagen zäher, als man es vielleicht gewohnt ist.

Gerne werden auch die gelben Blütenköpfe zur Herstellung von Löwenzahnhonig verwendet.

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Literaturnachweis:

  1. Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde, Ursel Bühring, Haug, 4. Auflage 2014
  2. Pharmakognosie – Phytopharmazie, Hänsel-Sticher-Steinegger, Springer, 6. Auflage 1999
  3. Unsere Heilpflanzen, Hans Richer, Verlag der St. Josef Buchbrüderschaft Rosenheim, 1920
  4. Kräuter-Liesl, Liesl Malm, Bassermann, 2014
  5. Heilpflanzen Kompendium, Schaffner-Häfelfinger-Ernst, NaturBuchVerlag, 1996
  6. Gesundheit durch Heilkräuter, Richard Willfort, Rudolf Trauner Verlag, 1973
  7. Die Kräuterapotheke Gottes, Eva Aschenbrenner, Kosmos, 12.Auflage 2016
  8. Gesundheit aus der Apotheke Gottes, Maria Treben, Ennsthaler Verlag Steyr, 94. Auflage 2015
  9. Die Kräuterkunde des Paracelsus, Rippe – Madejsky, AT Verlag, 3. Auflage 2013
  10. Meine wilde Pflanzenküche, Meret Bissegger, AT Verlag, 2. Auflage 2011
  11. Essbare Wildpflanzen, Fleischhauer – Guthmann- Spielberger, AT Verlag, 10. Auflage 2011

Darmfit in der Weihnachtszeit

Kekse, Glühwein, Schmalzgebäck – die Völlerei in der Adventszeit bedeutet Schwerstarbeit für unser Verdauungssystem. Häufig sind Sodbrennen, Völlegefühl, Bauchschmerzen oder Blähungen die Folge von zu üppigen Mahlzeiten mit viel Fett und Zucker.
Hier ein paar Tipps, damit euch die Feiertage nicht auf den Magen schlagen:

Völlegefühl

Bitterkräuter verstärken die Sekretion von Speichel und Magensaft und regen die Verdauung an. Dadurch wird die Nährstoffaufnahme verbessert, Blähungen und Völlegefühl beseitigt. Berühmte Bittermittel sind Löwenzahn, Tausendguldenkraut, Beifuß, Wermut oder Schafgarbe. Sie finden Verwendung als aromatische Küchengewürze (z.B. Beifuß zum Gänsebraten), sind beliebt als verdauungsfördernde Digestifs (Magenbitter) oder  leisten als Tees wertvolle Dienste.

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Sodbrennen

Sodbrennen ist eine typische Folge von üppigem und fetten Essen. In Kombination mit Alkohol, Kaffee, Süßigkeiten und kohlensäurehaltigen Getränken tritt Sodbrennen noch häufiger auf.

1. Heilpflanzen gegen Sodbrennen:

Schleimhautschützende Heilpflanzen können, was der sogenannte und viel zu oft verschriebene „Magenschutz“ Pantoprazol werbewirksam verspricht: sie sorgen für einen effektiven Schleimhautschutz, indem sie nicht nur überschüssige Magensäure abpuffern, sondern durch ihre viskosen Eigenschaften tatsächlich Schleimhautschäden „abdecken“ und so für eine schnellere Regeneration der entzündeten Schleimhaut sorgen!
Käsepappeltee (Folium Malvae), Eibisch und Leinsamen schützen die Schleimhäute. Kamille, Süßholz und Schafgarbe wirken zusätzlich entzündungshemmend, Melisse und Gänsefingerkraut krampflösend, beruhigend. Folgende Teemischung wirkt hervorragend schleimhautschützend zur Vorbeugung oder Behandlung von Sodbrennen:

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2. Heilerde und Trinkmoor

Beide gehören, wie medizinische Kohle (siehe Beitrag über Durchfall), zu den Adsorbentien. Sie können durch ihre strukturelle Beschaffenheit Gifte, Gährungsprodukte und auch überschüssige Säure binden und ausscheiden.

3. Heilende Lebensmittel bei Sodbrennen:

Schleimhautschützendes Darmfit-Frühstück:

Haferbrei mit Joghurt, Apfel, Leinsamen und Sanddornfruchtfleischöl

Die Vorteile von Hafer als Schonkost habe ich schon im Beitrag Carroat Supersoup gegen Montagsbauchweh erwähnt. Leinsamen wirken mit ihrem hohen Ballaststoffanteil stuhlregulierend bei Verstopfung, weiters reizmildernd, säurepuffernd und schleimhautschützend. Das Sanddornfruchtfleischöl kann man nicht genug hervorheben! Es hat neben seinen hohen Gehalt an Vitaminen (Vitamin A, B-Vitamine und vor allem Vitamin C) eine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung und wirkt hervorragend regenerationsfördernd auf Haut und Schleimäute und das sowohl innlich als auch äußerlich!

Magenschützender Salat:

Krautsalat mit Kümmel: Weißkraut (Kohl) ist schon seit der Antike ein sehr geschätztes Nahrungsmittel. Bei den Seefahrern in Form von Sauerkraut eine wichtige Vitamin C Quelle, hat die neueste Forschung sogar krebshemmende Wirkstoffe im Kohl nachgewiesen. Ein sehr empfehlenswertes Buch zu diesem Thema stammt von Prof.Dr.med. Richard Béliveau: „Krebszellen mögen keine Himbeeren“ (unbezahlte Werbung, da Namensnennung). Kohlgerichte wirken roh gegessen abheilend auf entzündete Magen- und Darmschleimhäute, wenngleich sie nicht immer gut vertragen werden (Blähungen).

Blähungen

Fenchel, Anis, Kümmel – das bewährte Trio gegen Blähungen – wird oft in Kombination mit Pfefferminz als Tee oder einzeln als Küchengewürz bei schwer verdaulichen Speisen verwendet.

Verstopfung

Fettiges Essen macht den Darm träge. Kekse und Schokolade sind für eine regelmäßige Verdauung kontraproduktiv – sie enthalten viel Zucker und kaum Ballaststoffe, Schokolade wirkt zudem stopfend.

Folgende Hausmittel wirken auf natürliche Weise gegen Verstopfung:

  • ausreichend trinken (stilles Wasser)
  • Bewegung
  • ballaststoffreiche Ernährung (z.B.Haferbrei mit Leinsamen)
  • In Wasser eingeweichte gedörrte Zwetschken (Pflaumen) oder Feigen

Gönne deinem Darm zwischen den Feiertagen eine Erholungsphase:

  • Iss leicht verdauliche basische Kost in Form von viel Gemüse!
  • Trinke viel stilles Wasser!
  • Vermeide Zucker und Fette!
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rund um das Richtige Essen und natürliche Hausmittel zum großen Thema Darmgesundheit findest du unter folgenden Blogpost:

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