Heuschnupfen – nein danke!

Der Frühling steht bereits in den Startlöchern, die letzten hartnäckigen Schneefelder schmelzen durch die wärmer werdenden Sonnenstrahlen dahin und die ersten Frühblüher sprießen. Des einen Freud – des anderen Leid: gerade das Stichwort Frühblüher ist bei einigen kein Anlass zur Freude – Hasel, Erle und Birke lösen bei vielen Pollenallergikern teils heftige allergische Reaktionen mit tränenden, geschwollenen Augen, Schnupfen, Niesreiz und Juckreiz aus.

Zu Beginn einige einfache Verhaltenstipps für Pollenallergiker die den Alltag erleichtern:

  • Halte die Fenster während der Pollenflugzeit untertags geschlossen und lüfte am besten abends nach 20:00 Uhr, dann ist die Pollenkonzentration in der Luft am geringsten.
  • Die Pollenbelastung im Schlafzimmer kannst du möglichst gering halten, indem du abends duschst und die Haare wäschst! Auch die getragene Kleidung ist voller Pollen, du solltest sie  im Schlafzimmer weder ausziehen, noch herumliegen lassen.
  • Wäsche während dieser Zeit nicht im Freien trocknen – die Pollen haften an der Kleidung an.
  • Verwende einen Pollenfilter für den Staubsauger und wechsle ihn regelmäßig.
  • Bei Wohnraum- und Autolüftungen Pollenfilter regelmäßig einmal pro Jahr wechseln.

Informationen über den Beginn der jeweiligen Allergiesaison liefern die jeweiligen Pollenwarndienste der Länder:

Österreich:

www.pollenwarndienst.at

Deutschland:

http://www.pollenstiftung.de/pollenvorhersage/

https://www.polleninfo.org/DE/gratis-pollen-app.html

Schweiz:

https://www.pollenundallergie.ch/infos-zu-pollen-und-allergien/polleninformationen/pollenprognose/?oid=1828&lang=de

 

Im folgenden stelle ich zwei Möglichkeiten vor, um auf natürliche Weise die lästigen Heuschnupfensymptome zu verringern:

Pollencremehonig

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Bei Pollenallergie bietet die Apitherapie eine gute Möglichkeit, das Immunsystem zu stärken und die Intensität der körperlichen Reaktionen zu reduzieren. Es handelt sich dabei um eine Art der Hyposensibilisierung, also Verringerung der Empfindlichkeit gegenüber der Pollen durch die Anhebung der Reizschwelle. Im Klartext: man nimmt bewusst kleine Mengen an Pollen ein und steigert vorsichtig die Dosierung. Dadurch wird das Immunsystem darauf „trainiert“, immer größere Mengen an Pollen zu tolerieren.

Achtung: vor allem zu Beginn der Einnahme können allergische Symptome hervorgerufen werden. Wer sehr stark allergisch reagiert, sollte vorsichtig mit sehr kleinen Mengen beginnen!

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Für die Herstellung eines Pollencremehonig braucht man:

  • Blütenhonig
  • Blütenpollen
  • Propolistinktur

Bitte unbedingt Blütenhonig, Pollen und Propolis vom heimischen Imker aus der Region beziehen! Für die optimale Wirkung auf das Immunsystem ist es wichtig, die heimischen Pollen, die spezifisch in deiner Region vorkommen einzunehmen. Die meisten Bienenprodukte die über den Handel erhältlich sind, sei es im Supermarkt, dem Reformhaus oder der Apotheke kommen aus allen Ecken der Welt, wenn überhaupt sich der Ursprung feststellen lässt. Abgesehen davon unterstützt du so nicht nur die regionalen Imker, sondern punktest auch noch bei der Ökobilanz 😉

 

Zubereitung des Pollencremehonigs:

Blütenhonig und Pollen im Verhältnis 1:1 vermischen. Wer möchte und Propolis verträgt, kann 5 Tropfen Propolistinktur zu dieser Mischung hinzufügen. In einer Reibschale werden Honig und Blütenpollen kräftig vermengt. Die getrockneten Blütenpollen sind anfangs etwas hart, lassen sich aber im Mörser leicht zerdrücken und mit dem Blütenhonig vermengen.

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Von dem so entstandenen Pollencremehonig nimmt man 1-2x täglich einen TL pur ein.

Vorsicht: Wer stark auf Pollen reagiert lässt die Propolistinktur vorerst weg und beginnt mit einem halben TL Pollencremehonig pro Tag! Wenn diese Menge gut vertragen wir, kann die Tagesdosis auf 1 TL täglich erhöht werden.

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Wann einnehmen?

Die besten Ergebnisse erzielt man, wenn man den Pollencremehonig schon früh im Jahr beginnt einzunehmen. Vielerorts startet die Pollensaison witterungsbedingt schon im Februar und erreicht Ende April, Mai ihren Höhepunkt. Mindestens vier Wochen vor Beginn der Blütezeit der Pollen, auf die man reagiert, sollte mit der täglichen Einnahme des Pollencremehonigs begonnen werden.

 

Vitamine fürs Immunsystem

Eine weitere sehr gute Möglichkeit, Allergiesymptome zu verringern bietet die Einnahme von Vitaminen. Zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe haben eine stärkende Wirkung auf das Immunsystem und einige wirken sogar selbst als Antihistaminikum, also antiallergisch. Im Zusammenhang mit Heuschnupfen, auch bekannt als allergische Rhinitis, sind in erster Linie die Vitamine C und D sowie der Mikronährstoff Zink für uns interessant.

  • Vitamin C: Die positive Wirkung von Vitamin C auf das Immunsystem ist allgemein bekannt, weniger bekannt ist, dass ein zu geringer Vitamin C Spiegel den Histaminspiegel erhöht, welcher wiederum allergische Symptome und Asthma verschlechtert. Vitamin C wirkt somit auch als natürliches Antihistaminikum, also antiallergisch. 
  • Vitamin D: steigert die Produktion körpereigener entzündungshemmender Substanzen.
  • Zink: wirkt immunregulierend, antihistaminisch

 

Super – und jetzt einfach Vitamin C, D und Zink einwerfen und alles ist gut? Ganz so einfach ist es leider nicht, denn wie Paracelsus schon sagte: “ Die Dosis macht das Gift“. Das ist keinesfalls übertrieben, leider kommt es gerade bei der Einnahme von Vitamin D immer wieder zu Überdosierungen, da nicht wenige offenbar der Meinung sind : „Viel hilft viel“ bzw. „Hilfts ned, schad´s nix“!

Gerade Vitamin D ist momentan im wahrsten Sinne „in aller Munde“, wobei es hier bei den Dosierungen große Unterschiede gibt. Hier empfehle ich, vor der Einnahme unbedingt den Vitamin D Status überprüfen zu lassen (Hausarzt)  und die Dosierung anhand der Laborergebnisse berechnen zu lassen (Apotheke)!

Daher ein Appell, der mir sehr am Herzen liegt: lass dich bezüglich Vitaminen vom Arzt/Ärztin, Apotheker/Apothekerin deines Vertrauen beraten und nehme nicht einfach IRGENDWAS IRGENDWIE!

Vitamine gibt es freilich nicht nur in Form von Brausetabletten und Kapseln, sondern vor allem in unseren Lebensmitteln!

Die besten Vitamin C Lieferanten sind:

  • Wildkräuter wie Bärlauch, Brennnessel, Löwenzahn, Melde, Sauerampfer, Brunnenkresse – DAS Superfood auf unseren heimischen Wiesen!
  • Sanddorn und Acerola
  • Brokkoli, Fenchel, Grünkohl, Salate, Paprika, Rosenkohl, Petersilie

Die besten Zink Lieferanten sind:

  • Nüsse (Cashew, Chia, Erdnuss, Kürbiskerne, Mohn, Sesam, Walnuss, Sonnenblumenkerne)
  • Getreide (Haferflocken, Wildreis)
  • Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen)

Vitamin D

kann unser Körper selbst herstellen. Dazu muss allerdings die UV-Intensität ausreichend hoch sein und mindestens einen Wert von 4 aufweisen, was vor allem in den Wintermonaten in unseren Breiten nicht der Fall ist. Den tagesaktuellen UV Index für deinen Wohnort, auch angegeben als UV Belastung findest du unter:

Österreich:

https://www.zamg.ac.at/cms/de/wetter/produkte-und-services/gesundheitswetter/prognose-uv-index

Deutschland:

http://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/uv-index/aktuell/aktuell_node.html

Schweiz:

http://www.meteocentrale.ch/de/wetter/freizeitwetter/uv-index.html


Ich hoffe, ich konnte abseits der gängigen Methoden zur Behandlung von Heuschnupfen einige Anregungen geben, wie du bereits vorbeugend dein Immunsystem stärken bzw. trainieren kannst, und die Intensität der allergischen Rhinitis reduzieren kannst.

Noch Fragen? Schreib mir  einen Kommentar, oder eine e-mail, ich beantworte sie gerne!