Bienenstich – erste Hilfe

Der Sommer ist die Zeit der Bienenstiche! Klee und Brunelle sind wichtige Futterpflanzen für die Honigbiene und diese wachsen bevorzugt auf Wiesen im Garten, Schwimmbad oder auf der Badewiese am See. Wer gerne Barfuß läuft übersieht schon mal eine Nektar suchende Biene. Eine Unachtsamkeit, die nicht ungestraft bleibt!

Im folgenden Beitrag liest du die wichtigsten Tipps zur Ersten Hilfe nach einem Bienenstich: Warum und wie du den Stachel möglichst schnell entfernen solltest, wie du den Stich im ersten Moment und in der Nachsorge behandelst und wann du mit einem Bienenstich zum Arzt gehen solltest.

Bienenstich - erste Hilfe

1. Stachel entfernen.

Nach einem Bienenstich ist es wichtig, möglichst schnell und vollständig den Stachel zu entfernen. Das klappt in der Regel ganz unkompliziert mit den Fingern. Das Entfernen des Stachels ist wichtig, weil beim Stich einer Honigbiene der Stachel aufgrund der Widerhaken in der Haut stecken bleibt. Fliegt die Biene davon, reißt sie sich das Stechorgan inklusive Giftdrüse aus dem Hinterleib. Die Biene stirbt nach dem Stich. Bleibt der Stachel in der Haut, wird weiter Gift in den Körper gepumpt.

Beim Wespenstich verbleibt kein Stachel in der Haut, sie besitzt einen glatten Stachel und kann mehrmals hintereinander stechen.

2. Kühlen

Egal ob nun eine Biene oder eine Wespe gestochen hat – den Stich so schnell wie möglich kühlen, das lindert den Schmerz! Eiswürfel oder Kühlbeutel hat man unterwegs nicht immer zur Hand, kaltes Wasser, eine gekühlte Getränkedose oder ein verpacktes Speiseeis (Praxiserprobt mit Wassereis) tun´s zur Not auch.

3. Nachsorge

Zur Nachsorge eines Bienestichs gibt es verschiedene Möglichkeiten:

After Bite Stift:

Der After Bite Stift enhält eine nach Ammoniak riechende durchsichtige Flüssigkeit, die man so schnell wie möglich auf den (Bienen)stich aufträgt. Der enthaltene Wirkstoff zerstört die Eiweißstruktur des Bienengiftes und verhindert ein Anschwellen des Stiches. Als Imkerin bin ich mit Bienenstichen bestens vertraut, daher gehört  der After Bite Stift unbedingt zur erste Hilfe Ausrüstung in unserem Bienenhaus. Ich habe damit die besten Erfahrungen gemacht: unbehandelt schwellen Bienenstiche bei mir sehr stark an, nach der Behandlung mit dem After Bite sieht ein Bienenstich nur mehr aus wie ein gewöhnlicher Mückenstich. Keine Schwellung, kein Schmerz.

Bite Away:

Der Bite away Stift zerstört mit Hilfe von Hitze die Eiweißstruktur des Bienengiftes. Auch dieses Prinzip funktioniert, wir haben hierzu in der Apotheke viele positive Rückmeldungen erhalten. Wie beim After Bite Stift gilt: je früher der Stich behandelt wird, desto besser die Wirkung.

Instektenstichgele:

Rezeptfreie Gele zur äußeren Anwendung bei Insektenstichen gibt es einige zur Auswahl: Euceta Kühlgel oder Essaton wirken mittels essigsaurer Tonerde, Fenistil Gel enthält ein Antihistaminikum und Insecticum Gel ein Antihistaminikum + Lokalanästhetikum.

Ich persönlich bevorzuge die Gele auf Basis von essigsauer Tonerde. Die sind Imker – praxiserprobt in zahlreichen Feldversuchen und wirken außerdem hervorragend gegen Nesselausschlag von Brennnesseln!

Ein tolles Hausmittel bei Bienenstichen ist ein Topfenwickel. Die genaue Schritt für Schritt Anleitung dazu findest du im Beitrag:

Homöopathie:

Apis mellifera C30 Globuli wirken bei Stichen, die schnell rötlich anschwellen, brennende, stechende Schmerzen verursachen und sich durch Kälte bessern. Dosierung: 1x tägl. 5 Globuli.

Ein sehr gutes Gel zur Behandlung von Insektenstichen (und auch Brandwunden) ist das Wala Wund- und Brandgel.

Stich außer Kontrolle – wann zum Arzt?

Schwellungen mit Juckreiz sind ganz normal nach einem Bienenstich. Mit den oben erwähnten Mitteln zur Nachbehandlung eines Stiches, bessert sich der Juckreiz rasch, die Schwellung bildet sich zurück. Sollte dies dennoch nicht der Fall sein und sich die Stelle hart und heiß anfühlt, bitte vom Hausarzt kontrollieren lassen! Das gleiche gilt bei Stichen im Bereich der Atemwege (Mund, Nase) oder wenn eine allergische Reaktion in Form von Schwindel, Übelkeit allgemeine Schwäche, Atemnot, oder Blutdruckabfall auftritt.

Sonderfall Bienenstichallergie

Für Bienenstichallergiker gibt es extra Notfallsets bestehend aus einem Adrenalin-pen, Antihistaminikum und Kortisonpräparat. Diese können vom Hausarzt verschrieben werden.