Lavendel – Lavandula angustifolia

Der Lavendel wurde dieses Jahr von der Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA) zur Arzneipflanze des Jahres 2020 gekürt. Diesen Anlass möchte ich nutzen, um den Lavendel und seine vielfältigen Heilwirkungen näher vorzustellen.

Im folgenden Beitrag liest du, wie du den Lavendel zweifelsfrei erkennst und welche Bestandteile dieser tollen Heilpflanze gesammelt und verwendet werden. Du bekommst einen kurzen Einblick über die Inhaltstoffe und vor allem findest du Interessantes über die vielfältigen Wirkungen des Lavendels sowie Rezepte rund um diese tolle Heilpflanze.

Sicher erkennen

Der Lavendel gehört zur der Familie der Lippenblütler und ist ein mediterraner Halbstrauch mit zumeist vierkantigen Stängeln und sehr schmalen, silbrig-grünen länglichen Blättern. Die blütentragenden Zweige wachsen über die blättertragenden ein Stück hinaus und haben ährenförmig angeordnete blaue bis blauviolette Blüten mit charakterischischem Lavendelduft. Heimisch ist der Lavendel um das Mittelmeer, bei uns ist er in vielen Unterarten eine beliebte sonnenliebende Gartenpflanze, die auch von Bienen fleißig besucht wird. Im Bild unten erkennst du den vierkantigen silbrig grünen Stengel. Die Blüten sind hier noch geschlossen, also im optimalen Zstand zum Sammeln und Trocknen.

Wirksame Bestandteile

Gesammelt werden die noch nicht geöffneten Lavendelblüten. Unmittelbar vor dem Aufblühen enthalten sie die höchste Wirkstoffkonzentration.

Inhaltstoffe

Lavendel enthält vor allem ätherische Öle, Cumarine, Lamiaceengerstoffe und Flavonoide.

Wirkungen

Lavendel wirkt mild beruhigend, nervenstärkend, einschlaffördernd, wundheilend (v.a. bei Verbrennungen), krampflösend und insektizid.

Verwendung

Die getrockneten Lavendelblüten kennt man in erster Linie aus Duftsäckchen für den Kleiderschrank oder als Füllung für Lavendelkissen. Im Kleiderschrank verbreitet der Lavendel nicht nur einen angenehmen Duft, das ätherische Öl wirkt auch als natürlicher Schutz gegen Kleidermotten.

Eine DIY Anleitung für Duftsäckchen aus Lavendel findet ihr bei Verena und ihrem vielseitigen Blog mamirocks. https://mamirocks.com/lavendelduftsaeckchen-balsam-fuer-die-seele/ Hier findet ihr außerdem interessante Beiträge rund ums Mamasein, Ausflugtipps, Food, Garten, Nachhatigkeit, Natur, Buchtipps und vieles mehr. Es lohnt sich mal reinzuschauen!

Lavendel wird vor allem für die beruhigende, schlaffördernde Wirkung geschätzt und in vielfältiger Weise genutzt. Innerlich angewendet ist der Lavendel eine bewährte und viel verwendete beruhigende Heilpflanze. Als Bestandteil von Teemischungen, oder Tinkturen wird Lavendel erfolgreich bei Einschlafstörungen, Unruhezuständen, Nervosität oder Reizbarkeit verwendet. Zudem hilft Lavendel bei nervösen Darmbeschwerden wie Reizdarm oder Blähungen.

In der Aromatherapie ist das aus den Lavendelblüten gewonnene ätherische Öl ein sehr beliebter und viel verwendeter Bestandteil von Rezepturen. Das ätherische Öl wirkt antibakteriell, antiviral, stark immunstimulierend, wundheilend, schmerzlindernd, schlaffördernd und insektenabweisend. Kaum ein ätherisches Öl in der Aromatherapie weist so vielfältige Wirkungen auf, wie das Lavendelöl: Es wird verwendet als Repellent gegen Steckmücken, als hervorragendes Mittel zur Haut- und Narbenpflege, bei Verbrennungen, oder zur Dekubitusprophylaxe, bei Ohrenschmerzen, zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten, Bauchschmerzen, gegen Schlafstörungen, bei Muskelverspannungen oder gegen Pilzerkrankungen sowie als beruhigender Bestandteil in Rezepturen gegen depressive Verstimmungen, Ängste, zur Geburtsvorbereitung, und vielem mehr.

Statt einer Duftmischung fürs Schlafzimmer, ist auch eine entspannende Massage mit Lavendelöl sehr zu empfehlen. Das Schlafgut Massageöl von Yaelle mit der beigelegten meditativen Gedankenreise „Luna und der magische Sternenstaub“ ist besonders bei Kindern sehr beliebt. Es eignet sich natürlich auch für Erwachsene jeden Alters (Werbung). Genauere Infos zu den natürlichen Massageölen von Yaelle findest du unter folgendem Link: https://www.yaelle.at

Verwendung in der Küche

In der Küche werden die Lavendelblüten vorwiegend für Süßspeisen verwendet.

Kennst du schon den tollen Blog von „Salzkorn – meine Gartenküche“? Hier findest du eine tolle Auswahl an Rezepten unter anderem auch mit Lavendel: https://salzkorn.blogspot.com/search/label/Lavendel

Literatur

  • Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde, Ursel Bühring, Haug, 4.Auflage 2014
  • Kräuter-Liesl, Liesl Malm, Bassermann, 2014
  • Heilpflanzen Kompendium, Schaffner-Häfelfinger-Ernst, NaturBuchVerlag, 1996
  • Gesundheit durch Heilkräuter, Richard Willfort, Rudolf Trauner Verlag, 1973
  • Praxis Aromatherapie, Monika Werner, Ruth von Braunschweig, Haug, 2009
  • Aromatherapie, Wabner, Beier, Urban & Fischer, 2009

Bienenstich – erste Hilfe

Der Sommer ist die Zeit der Bienenstiche! Klee und Brunelle sind wichtige Futterpflanzen für die Honigbiene und diese wachsen bevorzugt auf Wiesen im Garten, Schwimmbad oder auf der Badewiese am See. Wer gerne Barfuß läuft übersieht schon mal eine Nektar suchende Biene. Eine Unachtsamkeit, die nicht ungestraft bleibt!

Im folgenden Beitrag liest du die wichtigsten Tipps zur Ersten Hilfe nach einem Bienenstich: Warum und wie du den Stachel möglichst schnell entfernen solltest, wie du den Stich im ersten Moment und in der Nachsorge behandelst und wann du mit einem Bienenstich zum Arzt gehen solltest.

Bienenstich - erste Hilfe

1. Stachel entfernen.

Nach einem Bienenstich ist es wichtig, möglichst schnell und vollständig den Stachel zu entfernen. Das klappt in der Regel ganz unkompliziert mit den Fingern. Das Entfernen des Stachels ist wichtig, weil beim Stich einer Honigbiene der Stachel aufgrund der Widerhaken in der Haut stecken bleibt. Fliegt die Biene davon, reißt sie sich das Stechorgan inklusive Giftdrüse aus dem Hinterleib. Die Biene stirbt nach dem Stich. Bleibt der Stachel in der Haut, wird weiter Gift in den Körper gepumpt.

Beim Wespenstich verbleibt kein Stachel in der Haut, sie besitzt einen glatten Stachel und kann mehrmals hintereinander stechen.

2. Kühlen

Egal ob nun eine Biene oder eine Wespe gestochen hat – den Stich so schnell wie möglich kühlen, das lindert den Schmerz! Eiswürfel oder Kühlbeutel hat man unterwegs nicht immer zur Hand, kaltes Wasser, eine gekühlte Getränkedose oder ein verpacktes Speiseeis (Praxiserprobt mit Wassereis) tun´s zur Not auch.

3. Nachsorge

Zur Nachsorge eines Bienestichs gibt es verschiedene Möglichkeiten:

After Bite Stift:

Der After Bite Stift enhält eine nach Ammoniak riechende durchsichtige Flüssigkeit, die man so schnell wie möglich auf den (Bienen)stich aufträgt. Der enthaltene Wirkstoff zerstört die Eiweißstruktur des Bienengiftes und verhindert ein Anschwellen des Stiches. Als Imkerin bin ich mit Bienenstichen bestens vertraut, daher gehört  der After Bite Stift unbedingt zur erste Hilfe Ausrüstung in unserem Bienenhaus. Ich habe damit die besten Erfahrungen gemacht: unbehandelt schwellen Bienenstiche bei mir sehr stark an, nach der Behandlung mit dem After Bite sieht ein Bienenstich nur mehr aus wie ein gewöhnlicher Mückenstich. Keine Schwellung, kein Schmerz.

Bite Away:

Der Bite away Stift zerstört mit Hilfe von Hitze die Eiweißstruktur des Bienengiftes. Auch dieses Prinzip funktioniert, wir haben hierzu in der Apotheke viele positive Rückmeldungen erhalten. Wie beim After Bite Stift gilt: je früher der Stich behandelt wird, desto besser die Wirkung.

Instektenstichgele:

Rezeptfreie Gele zur äußeren Anwendung bei Insektenstichen gibt es einige zur Auswahl: Euceta Kühlgel oder Essaton wirken mittels essigsaurer Tonerde, Fenistil Gel enthält ein Antihistaminikum und Insecticum Gel ein Antihistaminikum + Lokalanästhetikum.

Ich persönlich bevorzuge die Gele auf Basis von essigsauer Tonerde. Die sind Imker – praxiserprobt in zahlreichen Feldversuchen und wirken außerdem hervorragend gegen Nesselausschlag von Brennnesseln!

Ein tolles Hausmittel bei Bienenstichen ist ein Topfenwickel. Die genaue Schritt für Schritt Anleitung dazu findest du im Beitrag:

Homöopathie:

Apis mellifera C30 Globuli wirken bei Stichen, die schnell rötlich anschwellen, brennende, stechende Schmerzen verursachen und sich durch Kälte bessern. Dosierung: 1x tägl. 5 Globuli.

Ein sehr gutes Gel zur Behandlung von Insektenstichen (und auch Brandwunden) ist das Wala Wund- und Brandgel.

Stich außer Kontrolle – wann zum Arzt?

Schwellungen mit Juckreiz sind ganz normal nach einem Bienenstich. Mit den oben erwähnten Mitteln zur Nachbehandlung eines Stiches, bessert sich der Juckreiz rasch, die Schwellung bildet sich zurück. Sollte dies dennoch nicht der Fall sein und sich die Stelle hart und heiß anfühlt, bitte vom Hausarzt kontrollieren lassen! Das gleiche gilt bei Stichen im Bereich der Atemwege (Mund, Nase) oder wenn eine allergische Reaktion in Form von Schwindel, Übelkeit allgemeine Schwäche, Atemnot, oder Blutdruckabfall auftritt.

Sonderfall Bienenstichallergie

Für Bienenstichallergiker gibt es extra Notfallsets bestehend aus einem Adrenalin-pen, Antihistaminikum und Kortisonpräparat. Diese können vom Hausarzt verschrieben werden.