Spitzwegerich – Eines der besten Hustenmittel und berühmter Wundheiler

Sicher erkennen

Der Spitzwegerich ist eine häufig vorkommende Heilpflanze, wächst gerne an Wegrändern und auf Wiesen. Er kommt in ganz Europa, West- und Zentralasien vor.
Sehr charakteristisch sind die lanzettligen Blätter mit paralleler Nervatur. Sie bilden eine grundständige Blattrosette. Der Blütenstengel ist blattlos, kantig, mit einer unscheinbaren, bräunlichen Ähre.

Verwechslungsgefahr

Auch für ungeübte Pflanzensammler ist der Spitzwegerich durch seine einzigartige Blattform leicht zu erkennen. Der verwandte Breitwegerich hat – wie der Name schon verrät – breitere Blätter und eine ähnliche Wirkung.

Wirksame Bestandteile

Gesammelt werden die Blätter von Ende Mai bis August.

Inhaltstoffe

Die wichtigsten heilkräftigen Inhaltstoffe sind Schleimstoffe, Iridoidglykoside (Aucubin), Glykoside (Verbascosid), Flavonoide, Polysaccharide, Phenolcarbonsäuren und Gerbstoffe. Weiters enthält der Spitzwegerich die Vitamine A, C, K, Eisen, Calcium, und Kieselsäure, er ist somit ein sehr wertvolles Kraut für die Wildkräuterküche.

Wirkungen

Innerlich: reizlindernd auf die Bronchien, hustenhemmend, entzündungswidrig, lungengewebsfestigend, immunstimulierend.
Äußerlich: antibakteriell, wundheilungsfördernd, adstringierend.

Anwendungsgebiete

Der Spitzwegerich ist eine altbekannte Heilpflanze und erfreut sich seit jeher höchsten Ansehens und fehlt daher in keinem guten Heilpflanzenbuch.

dsc_1538.jpg

Innerliche Anwendung: Der Spitzwegerich zählt zu den bekanntesten Hustenkräutern und ist eines der besten Hustenmittel überhaupt. Er wird in Form von Tees oder Sirup bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, Bronchitis, (Reiz-)Husten und Asthma empfohlen.

Äußerlich verwendet gehört der Spitzwegerich zu den berühmtesten „Erste Hilfe Kräutern“. Er wirkt wundheilungsfördernd, entzündungshemmend, zusammenziehend und wird bei Hautverletzungen, Insektenstichen, Sonnenbrand, leichten Verbrennungen – kurz zur ersten Wundversorgung – als Frischkräuterumschlag verwendet.

Zubereitung

 

  • Sirup: einen selbstgemachten Sirup für den Hausgebrauch bereite ich mit einer Hand voll frischer oder getrockneter Spitzwegerichblätter. Diese werden grob zerkleinert mit Wasser und Sirup im Verhältnis 1:2 aufgekocht. Den Sirup lasse ich noch ca. 15 Minuten auf kleiner Flamme köcheln und zerkleinere anschließend nochmal alles mittels Pürierstab. Der fertige Sirup wird durch einen Kaffeefilter filtriert und in eine dunkle, dicht schließende Flasche abgefüllt.

 

  • Frischkräuterauflage: für die äußere Anwendung bei frischen Wunden oder Insektenstichen werden saubere, frische, angerissene Blätter oder der frisch ausgequetschte Pflanzensaft direkt auf die Wunde gelegt.

Verwendung in der Küche

In der Wildkräuterküche sind die Blätter des Spitzwegerichs eine beliebte Salatbeigabe, er wird zu Pesto verarbeitet,  dient als Beilage zu Gemüsegerichten oder Omeletten, sowie für Kräuteraufstriche.

Mein Lieblingskochbuch zum Thema Wildkräuterküche ist „Meine wilde Pflanzenküche“ von Meret Bissegger. Hier findest du den Link zu ihrer Homepage.

 

Das könnte dich auch interessieren:

Wer bin ich? Heilpflanzen sicher erkennen

 

 

Literatur:

  1. Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde, Ursel Bühring, Haug, 4.Auflage 2014
  2. Pharmakognsoie – Phytopharmazie, Hänsel-Sticher-Steinegger, Springer, 6. Auflage 1999
  3. Unserer Heilpflanzen, Hans Richer, Verlage der St. Josef Buchbrüderschaft Rosenheim, 1920
  4. Kräuter-Liesl, Liesl Malm, Bassermann, 2014
  5. Heilpflanzen Kompendium, Schaffner-Häfelfinger-Ernst, NaturBuchVerlag, 1996
  6. Gesundheit durch Heilkräuter, Richard Willfort, Rudolf Trauner Verlag, 1973
  7. Die Kräuterapotheke Gottes, Eva Aschenbrenner, Kosmos, 12.Auflage 2016
  8. Gesundheit aus der Apotheke Gottes, Maria Treben, Ennsthaler Verlag Steyr, 94. Auflage 2015
  9. Die Kräuterkunde des Paracelsus, Rippe – Madejsky, AT Verlag, 3. Auflage 2013
  10. Meine wilde Pflanzenküche, Meret Bissegger, AT Verlag, 2. Auflage 2011
  11. Essbare Wildpflanzen, Fleischhauer – Guthmann- Spielberger, AT Verlag, 10. Auflage 2011

Kommentar verfassen